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"UKBS - Haus speichert Energie in Eis" ist nun das aktive Projekt

Es sollte ein angeblich weltweit einzigartiges Mehrfamilienhaus werden, das seinen Energiebedarf selbst deckt. Nun rollt die kommunale Wohnungsfirma UKBS die Pläne für ein Solarhaus wegen unüberwindbarer Hürden neu auf.Technische Probleme, mangelnde Wirtschaftlichkeit, Streit mit Architekten – mehrere Gründe nannte UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer am Montag, warum das Leuchtturmprojekt eines energieautarken Hauses in weniger spektakulärer Form kommen wird als vor anderthalb Jahren angepriesen.

Die neuen Entwürfe kommen vom Architekten Joachim Hellmeister aus Düsseldorf. Matthias Benecke vom Institut Haus & Technologie in Geseke ist raus. Auf 30 Mal 30 Meter Grundfläche plant Hellmeister ein Gebäude für 28 Wohnungen plus Tiefgarage. Es ist viergeschossig im modernen Stil – mit kastenförmigen Balkonen, von Hellmeister als „Loggia-Boxen“ bezeichnet.

Statt auf Solar- und Wasserstoff-Technologie zur Energieerzeugung wie bei den Ursprungsplänen setzt die UKBS jetzt auf Solar- und Eisspeicher-Technologie. Der Kern der Anlage ist eine Zisterne, neben dem Haus in den Boden eingelassen. Sie dient als eine Art umweltfreundliche Riesenbatterie. Die Energie aus Luft, Sonneneinstrahlung und Erdwärme erwärmt das Wasser und lädt den Speicher auf.

Mit der gespeicherten Energie sollen die Bewohner des Hauses heizen. Dazu wird dem Speicher die Energie mit Wärmepumpen entzogen, bis irgendwann das Wasser friert. Durch den Gefriervorgang wird sogenannte Kristallisationsenergie frei, die kontinuierlich genutzt werden kann. Die Technologie sei sowohl innovativ als auch erprobt, sagte Rainer Schmalenberg vom Heiztechnik-Hersteller Viessmann.

Die geänderten Pläne ergeben „ein fast autarkes Mehrfamilienhaus“, sagte UKBS-Aufsichtsratschef Theodor Rieke. Die UKBS will sechs Millionen Euro in das Gebäude investieren, geplanter Baubeginn 2018, Fertigstellung 2019. Das Hauskraftwerk wird von den Gemeinschaftsstadtwerken bezahlt und auch betrieben, wie GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl erläuterte. Investition laut UKBS: bis zu 400.000 Euro.

Das Ursprungsprojekt sprengte die Dimensionen, nun ist der Neubau wirtschaftlich darstellbar. „Die Technik ist beherrschbar“, sagte Bürgermeister Hermann Hupe. Die Bewohner sollen später eine Warmmiete „unter zehn Euro“ zahlen, peilt UKBS-Chef Fischer an.